Seit 2008 leitet Hans-Jörg Wentrup die SHG "die Betroffenen"
Sie besteht bereits seit 1998

 



Ein nicht ganz alltäglicher Lebenslauf...

Erkennen Sie den Schauspieler auf dem Titelfoto? Das ist Ihr Gruppenleiter in jungen Jahren!  1935 in Kiel geboren, wurde er als Neunjähriger mit Mutter und Bruder Wegen der Kriegswirren nach Satrup/ Angeln in Schleswig– Holstein, nahe der Dänischen Grenze evakuiert, wo er eine unbeschwerte Jugendzeit erlebte und auch das „Plattdütsch“ erlernte! 1951 ging er zunächst zurück nach Kiel, um eine Kaufmännische Lehre zu absolvieren und wurde Textilkaufmann (Dpl.)
Als 19- Jähriger begann er nach dem Stimmbruch in Hamburg seine Künstlerische Ausbildung als Opernsänger. Er stand zwar nie auf einer Opernbühne, sondern arbeitete als „darstellender Künstler“, wo er in den 60-ger Jahren als Volksschauspieler am Hamburger Ohnsorg- Theater, zusammen mit Henry Vahl u.a. auf der Bühne stand und auch im Fernsehen zu sehen war. Als Seemannslieder- Sänger wirkte er in zahlreichen Hafenkonzerten unter seinem Künstlernamen: „Jörg Went“ mit. Auch spielte er eine Hauptrolle bei der NFP, (Niederdeutsche Filmproduktion Hamburg) in dem ersten plattdeutschen Spielfilm: „Karliene hett de Büxen an“.
Von den ersparten Gagen - schließlich war er ja  gelernter Kaufmann -  eröffnete er in Hamburg nach und nach drei Modehäuser.
Mit 27 Jahren hatte er ein unvergessliches Erlebnis mit Gott und so beschloss er sich mit der Logik: „Ja, wenn es Dich wirklich gibt, dann will ich Dir auch dienen,“ Seelsorger zu werden. Er schlug den II. Bildungsweg ein und besuchte verschiedene Missionsschulen. Unter anderem war er insgesamt zwei Jahre in Südafrika. Schließlich leitete er zusammen mit seiner Frau Dorothea als Missionspfarrer,  insgesamt 18 Jahre die ev. Missionsstation: « Casa de Fé SION » in Paraguay / Südamerika, wo er bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall 1981 sein linkes Bein verlor. Seine treue Dorothea verstarb kurz nach einer Herzoperation, so wurde er viel zu früh zum Witwer. Heute weiß er aus Erfahrung, wie es im Herzen Hinterbliebener aussieht, wenn sie schluchzend am Grabe stehen und kann mit Verständnis und herzinnigem Mitgefühl Trösten.

Zwei Jahre später heiratete er seine liebe Frau Bärbel aus Paraguay, die ihm seither eine treue Lebensgefährtin ist.
Seit 2006 sind sie wieder zurück in Deutschland, wo sie heute in der Nähe von Bärbels Familie im schönen „Schwabenländle“ wohnen, und sich beide sehr wohl fühlen. Selbstverständlich singt Jörg auch noch ab und zu in den Gottesdiensten geistliche Lieder. 
Bei „dene Schwobe“ kam Jörg in Berührung mit der Selbsthilfegruppe: „Die BETROFFENEN“, einem Freundeskreis für Arm- oder Beinamputierte Menschen mit ihren Angehörigen, der ersten SHG in Baden- Württemberg. Heute leitet er die Gruppe mit viel Freude und Engagement. Sie betreut ca. 40 Personen, wovon etwa 12 bis 18 Betroffene zu den monatlich Treffen kommen, berichtet Wentrup. Sie bringen einen eigenen achtseitigen >Boten< mit Berichten, Kommentaren und Bekanntmachungen heraus und freuen sich über jeden Kontakt zu Mitbetroffenen und deren Angehörigen. Die Gruppe trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat in verschiedenen barrierefreien Restaurants mit Behinderten- WC’s:

A.) Stadthallen- Restaurant 71717 BEILSTEIN, Albert Einstein Str. 20    (Hallenbad)
B.) Brauhaus im Schlössle, 71560 SULZBACH a.d. Murr, Backnanger Str. 78 / 2   (Hinter der Disco)

(Selbstverständlich sind für Berufstätige auf Wunsch auch abendliche Treffs möglich.)

Die SHG ist dem Bundesverband für Arm- oder Beinamputierte Menschen, sowie dem BSK und VdK angeschlossen.

Die Zielsetzungen der SHG sind u.a.: Beratungen vor und nach der Amputation, Zusammenarbeit mit den operierenden Ärzten, Beistand im Umgang mit Kassen und Behörden,  Beratungen bei Umbauten von Wohnungen und Fahrzeugen, Vermittlung von barrierefreien Urlaubsplätzen, Ausflüge und Geselligkeiten unter dem Aspekt, dass ein Leben mit Behinderung nicht zu einem „behinderten Leben“ führt!

Die Mitgliedschaft ist Beitragsfrei, die Zusammenkünfte sind kostenlos, Mitbetroffene sind herzlich willkommen! 

(Ganze Wiedergabe eines Berichtes über Jörg Went von Verena Mathern)