Seit 2008 leitet Hans-Jörg Wentrup die SHG "die Betroffenen"
Sie besteht bereits seit 1998

Die AOK veröffentlichte in ihrer Ausgabe 6/2009 folgenden Artikel:



Lernen, mit der Amputation zu leben

AMPUTIERT | Seit über 10 Jahren kümmert sich der erste Freundeskreis amputierter Menschen in Baden- Württemberg um die Sorgen und Nöte Amputierter.

Hans-Jörg Wentrup gibt offen zu: „leicht war es nicht!“ Es war ein Kampf und ich habe geheult und geheult, erinnert sich der 74-jährige. Dann aber habe er die Decke zurückgeschlagen, sich den Stumpf seines amputierten linken Unterschenkels angeschaut und sich gesagt: „Dieser Schaden reicht, du musst dich jetzt nicht auch noch innerlich kaputt machen.“ Seitdem ist er ein neuer Mensch und kein Krüppel mehr.
Dieses Gefühl, „Ja“ zu der neuen Situation zu sagen, versucht er, auch den anderen Betroffenen zu vermitteln. Als der Gruppengründer Karl- Friedemann Machleid vor zwei Jahren kurzerhand sein Amt niederlegte, wählte die Gruppe kurzerhand dem Kieler Wentrup zu ihrem neuen Sprecher – ausgerechnet einen Seelsorger. Die meinten nur, entweder einen Seelsorger, oder einen Arzt, also war es an mir“, erzählt er verschmitzt. Wentrup ist Missionspfarrer, war zwei Jahre in Südafrika und danach 18 Jahre in Südamerika. In Paraguay hatte der Vater dreier Kinder im Mai 1981 einen Unfall mit einem Tomatenlaster. 
„Die hygienischen Bedingungen dort unten waren so super, dass sie mir Wochen später in Deutschland noch Tomatenschalen aus der Wunde holten“, erzählt er sarkastisch. Wäre er besser und schneller versorgt worden, hätte er seinen linken Unterschenkel wohl heute noch.
„deswegen ist es so wichtig, dass die Leute in die richtigen Hände kommen.“ Zwischen 12 und 16 Betroffene komme3n regelmäßig zu den Treffen, betreut werden etwa 40 Amputierte. Die Gruppe macht aber nicht nur Mut und tauscht Erfahrungen aus, es wird häufig sehr konkret geholfen. „jeder Vierte trägt seine Prothese nicht, weil sie nicht richtig passt“, erklärt Wentrup. Mit denen wird ein Spezialist aufgesucht. Bei Umbauten im Haus wird ebenso beratend zur Seite gestanden, wie beim Kampf um eine Wasserfeste Gehhilfe (Badeprothese) oder bei der Rückkehr ins Berufsleben. „Die Betroffenen sollen sehen, sie sind unter Ihresgleichen und sie stehen alle voll im Leben.“ Denn natürlich haben sie alle Grund zum Klagen. „aber das hilft ja nichts, man muss lernen, damit zu leben.“

Der erste Freundeskreis amputierter Menschen in Baden- Württemberg trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 15,00h entweder im Stadthallen- Restaurant in Beilstein oder im Brauhaus am Schlößle in Sulzbach / Murr. Weitere Informationen gibt es bei Hans- Jörg Wentrup, Raumaier 1, in 71717 Beilstein, Telefon: 07062 / 933 267 Fax: 916 399 E-Mail: betroffene@deukulind.net Die AOK unterstützt die Arbeit der Selbsthilfegruppen. Informationen gibt es unter folgenden Telefon Nummern: Schwäb. Hall: 0971-757 234, Main- Tauber Kreis: 09341-940 165, Hohenlohekreis: 07940-122 172, Heilbronn: 07131-639 374