Seit 2008 leitet Hans-Jörg Wentrup die SHG "die Betroffenen"
Sie besteht bereits seit 1998

In den Zeitungen:
HEILBRONNER STIMME
HOHENLOHER ZEITUNG
KRAICHGAU STIMME
Erschien unter der Rubrik: „MEDIZIN“ folgender Artikel:



Amputiert – was nun? Selbsthilfegruppe bietet Rat und Austausch für Betroffene

Von Angela Groß

BEILSTEIN Sie nennen sich „Fortschritt“, Steh auf, oder schlicht Selbsthilfegruppe für Beinamputierte. Zu den 23 Selbsthilfegruppen in Deutschland gehören auch „die Betroffenen von Baden- Württemberg“. Die Gruppe hat 40 Mitglieder, 15 bis 20 Personen gehören zum aktiven Kreis.
Die Gruppe trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat, ab-wechselnd in Beilstein (Restaurant Stadthalle) oder in Sulzbach/Murr (Brauhaus am Schlössle). Mit von der Partie ist seit vielen Jahren auch Hans- Jörg Wentrup, der bei einem Unfall vor 20 Jahren so schwer verunglückte, dass ihm auf der linken Seite der Unterschenkel amputiert werden musste. Fast zwei Jahre verbrachte der Missionspfarrer damals im Krankenhaus, bis er nach 27 Operationen wieder hergestellt war.
VERSORGUNG Die medizinische Versorgung mit einer Prothese ist das eine, den Schicksalsschlag zu verarbeiten das andere. Für Menschen, denen ein Bein oder Arm abgenommen werden muss, ändert sich der Alltag. Plötzlich ist es unmöglich geworden, die Pedale im Auto zu bedienen, die eigene Wohnung wird zum Hürdenlauf, oder es gibt Probleme mit der Prothese, die nicht richtig angepasst ist. Vielen Menschen fällt es unendlich schwer, die Realität anzuerkennen.
Man muss das begreifen: Es ist nicht mehr das alte Bein, und das Bein wächst nicht nach“, sagt der Vorsitzende der Selbsthilfegruppe. Mit dieser neuen Lebenssituation fertig zu werden, ist für viele Menschen ein riesiges Problem. „Man muss sich sagen, jetzt lebe ich weiter. Auch ich habe Zeit gebraucht, bis ich ein „Ja“ zu meiner Situation gefunden habe“, berichtet Wentrup. # Der Beratungsbedarf ist enorm, und es sind wertvolle Informationen, die in der Selbsthilfegruppe ausgetauscht werden.  Ob es um Hilfsmittel oder Prothesen geht, den Umgang mit Behörden und Krankenkassen oder Tipps für barrierefreien Urlaub, die Themen gehen nie aus.
Von Stuttgart, Karlsruhe, Bad Boll und aus den Landkreisen Heilbronn und Rems-Murr kommen die Menschen, die meisten davon Frauen. Vier von ihnen können nicht mehr laufen und sitzen im Rollstuhl. Bewegen statt behindern und aufeinander zugehen, lautet das selbstgewählte Motto; doch die Realität sieht anders aus. „Wir erleben es immer wieder, dass wir für >Krüppel< angesehen werden, für zweitklassige Menschen. Man muss lernen, sich darüber hinweg zu setzen“, sagt der Vorsitzende und fügt hinzu: Es bringt nichts, sich vor Scham in den eigenen Löchern zu verkriechen, man muss wieder den Glauben an sich selbst finden.“ Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich mehr als 60.000 Amputationen an Gliedmaßen vorgenommen, am häufigsten von Folgeschäden der Zuckerkrankheit, an zweiter Stelle stehen Unfälle als Ursache.