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Die AMPUTATION und persönliche Folgen.
Es gibt wohl kaum einen operativen Eingriff, der das Leben eines Menschen so umwerfend verändert, wie die Amputation eines, oder mehrerer Extremitäten. Das betrifft komplett sämtliche Bereiche eines Lebens, sei es persönlich, familiär, wirtschaftlich, häuslich, beruflich oder gesellschaftlich.
- Persönlich: Etwa 60.000 Betroffene erleiden jährlich Posttraumatische Belastungssörungen wie: Schlafpro-bleme, Aufmerksamkeitsstörungen oder dauernde innere Überregbarkeit, sind deren schwere Folgen. Wie ist meine innere Haltung zu dieser Herausforderung? Finde ich ein „JA“ zu meiner neuen Situation, oder hadere ich mit meinem Schicksal? Wer hilft mir jetzt im Umgang mit den Behörden und Krankenkassen?
- Familiär: Wie ist die Haltung meines Ehepartners, der Kinder, meiner Verwandten und Freunde? (Fallbeispiele aus dem Leben eines Pfarrers)
- Wirtschaftlich: Ist mein monatliches Einkommen geregelt? Wer bezahlt mir meine unvorhergesehenen Ausgaben und notwendigen Investitionen?
- Häuslich: Ist meine Wohnung barrierefrei? Gibt es einen Lift in meine Etagenwohnung oder muss ich umziehen, bzw. umbauen? Wenn ich Single bin, muss ich vielleicht in ein Heim? Wer pflegt und betreut mich jetzt?
- Beruflich: Kann ich meinen erlernten Beruf weiterhin ausüben, oder ist eine Umschulung mit beruflicher Neuorientierung angezeigt?
- Fahrzeug: Kann ich mein Fahrzeug weiter benutzen, oder muss ich Umbauten vornehmen lassen? Wo lege ich meine Fahrprüfung für Behinderte ab mit Eintrag in den Führerschein und wie verlade ich den Rollstuhl oder Rollator?
- Gesellschaftlich: Wie gehe ich damit um, von Teilen der Gesellschaft gemieden und als „Krüppel“ angesehen und behandelt zu werden? Wie ertrage ich mein Stigma? Wie und wo finde ich barrierefreie Hotels, Kaffees, Restaurants und Gaststätten mit Behinderten- WC’s?
Die SELBSTHILFEGRUPPE
Für alle vorgenannten Fragen kann es nur eine Alternative Antwort geben: Eine SHG (Selbsthilfegruppe) sollte sich immer als ein Forum verstehen, in welchem die Betroffenen kompetente Ansprechpartner zu den Themen: Sozialrecht, Pflegeversicherung, Hilfsmittel-beschaffung, barrierefreie Bauten & Umbauten, Fahrzeugumbauten, sowie berufliche Wiedereingliederung finden können.
Eine Selbsthilfegruppe holt die Betroffenen dort mit Geduld und Verständnis ab, wo sie im Netzwerk der Herausforderungen stecken geblieben sind und zeigt ihnen, dass ein Leben mit Behinderung nicht zu einem „behinderten Leben“ führen muss. Die Gemeinsamkeiten in Sport, Spiel und Hobby, sollen der Freude am Leben neue Impulse verleihen. Der Erfahrungsaustausch in einer Gruppe verbindet die Betroffenen und führt zu neuen Freundschaften unter den Mitgliedern die bewirken, das eigene Elend nicht zu überbewerten, weil man sieht, dass andere Mitbetroffene ihre Leiden mit mehr Disziplin hantieren, als man selbst. Der Besuch und die Inanspruchnahme von Ratschlägen und Hilfen einer SHG müssen immer kostenlos und unverbindlich sein; denn ein EHRENAMT ist auch immer eine EHRENSACHE, - und Nächstenliebe ist kein Erwerbszweig! |